Stand der Planung für das neue Stadtquartier Am Sandhaus – Aus der Zeit gefallene Planung widersprechen „Berliner Erklärung“ von renommierten Forscher*innen zum Umgang mit Klima- und Artenkrise

Im Ausschuss für Stadtentwicklung der BVV Pankow wurde am Donnerstag, 2. Juni der Stand des Masterplanverfahrens der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Bauen und Wohnen (SenSBW) vorgestellt. Die Initiative Buch Am Sandhaus hat hiervon von Mitgliedern der BVV erst im Nachhinein erfahren. Dies, obwohl sich die Initiative mehrfach bei der SenSBW zum Stand erkundigt hatte. Stattdessen hat SenSBW den Artikel in der Morgenpost, zu dem wir am 07.06. berichtet haben (link zu post) schreiben lassen.

Die Informationen, die wir bisher zum Stand der Planungen haben sind in Bezug auf die zeitliche Abfolge der nächsten Planungsschritte widersprüchlich.  Wir bemühen uns weiter, den Nebel der Informationspolitik von SenSBW zu lichten. Dazu bald mehr.

 

Folgende Fakten sind aber gesichert und sollten alle, die gegen die mutwillige Zerstörung des Naturraums rund um die Moorlinsen und Waldzunge eintreten alarmieren:

 

  • SenSBW bleibt stur und trotz bei der Zielgröße von 2600 WE für das Planungsgebiet. Selbst die zwischenzeitlich von SenSBW während der Scheinbeteiligung der Öffentlichkeit angebotenen „Kompromisse“ einer Reduktion auf 2200 WE (auch diese Zahl würde für den Naturraum zerstörerische Konsequenzen haben) sind vergessen und erweisen sich als Nebelkerzen, um die Öffentlichkeit zu beruhigen.
  • Die am meisten Naturraum vernichtende „Vorzugsvariante“ von Wessendorf und Grieger Harzer ist nahezu vollständig zum Masterplan und zur Grundlage der Rahmenplanung geworden. Dies enthält auch die besonders kritisch zu sehende Blockbebauung zwischen Moorwiese und Moorlinse.

 

Als Fazit können wir nur feststellen: Es macht keinen Sinn diese Planung so weiterzutreiben. Es müssen noch einmal grundsätzlich die Rahmenbedingungen angepasst werden. Wir brauchen einen Paradigmenwechsel, weg von festen Wohneinheitenzahlen, die dem Gebiet übergestülpt werden sollen, hin zu einer Analyse, wo wie viel Wohnungsbau möglich ist, ohne den Naturraum (und seine zahlreichen Dienstleistungen für die Menschen in Berlin und Umgebung) weiter zu beeinträchtigen. Eine sich daraus ergebene WE Zahl kann als Grundlage für eine detaillierte Master- und Rahmenplanung genutzt werden.

 

Genau ein solches Vorgehen wird auch von der kürzlich veröffentlichten „Berliner Erklärung -Für die Zukunft der Menschheit“ gefordert.

Hier heißt es: Der Verlust der Artenvielfalt und der globale Klimawandel sind die größten und drängendsten Herausforderungen der Zukunft. Nichts weniger als unsere eigene Existenz steht auf dem Spiel. Unter der Federführung der drei Leibniz-Naturforschungsmuseen ruft ein breites Bündnis renommierter Forscher:innen in ihrer heute veröffentlichten „Berliner Erklärung“ Deutschland dazu auf, der besonderen Verantwortung der G7-Präsidentschaft bei der Bekämpfung dieser „Zwillingskrise“ gerecht zu werden. In ihrem Positionspapier präsentieren die Forschenden konkrete Handlungsempfehlungen mit „naturbasierten Lösungen“ als einem wesentlichen Schlüssel zum Erfolg. (https://idw-online.de/de/news794073)

 

Wann endlich kommt diese Botschaft auch bei den Planer*innen im Senat der Hauptstand Deutschlands an?

 

 

 

Quelle: Präsentation SenSBW in BVV, 02.06.2022

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